Mittwoch, 13. April 2011
No Milk today...
georgk, 07:56h
Nichts dessen zum Trotz, dass es mir ziemlich gut geht, wie ich gerade festgestellt habe, gibt es hier eine Entwicklung, die ich mit großer Sorge betrachte. Wie ihr euch sicher denken könnt, rede ich von Bananenpreis, der mittlerweile die 10$/Kilo Marke locker geknackt hat. Frage an Fabian: „ Was ist da los??“ Komisch, ist dass man ja viel näher an den Bananen dran ist, als in Deutschland, aber trotzdem Preisschwankungen unterworfen ist, da die Bananen (fast ausschließlich)aus Australien kommen und nicht aus einer Bananenrepublik, wo die Leute furchtbar ausgebeutet werden!
Es ist wirklich interessant Deutschland und die Diskussion im Land der Eichen mal aus der Distanz zu betrachten!
Was ich fast schon mit Spott überziehen muss, ist die Diskussion über den Biosprit in Deutschland. Von den Medien (leider auch von den „seriösen“) gab es ja keine fundierte, unabhängige Berichterstattung . Den Quatsch den ich dann bei Tagesschau.de lesen musste, war echt schon lustig teilweise. Es ist ja nun nicht so, dass Deutschland, das erste Land ist, in dem dieser Kraftstoff ausprobiert wird. Trotzdem werden irgendwelche Halbwahrheiten in den Raum geworfen.
Der Sprit sei für viele Autos nicht gut. Was der Sprit lediglich tut, ist, dass er manche Dichtungen angreift, die in Autos vorkommen, die vor 1995 gebaut wurden. Und auch von denen vertragen ihn die meisten. Ich habe gelesen, dass in der „Welt“(bei einigen macht’s jetzt schon Klick) stand, bei der Verbrennung von Alkohol entstehe Wasser, welches sich im Öl lösen wurde und einen häufigeren Ölwechseln nötig machen würde. Die Kosten für einen Ölwechsel bei einem Sechszylindermotor lägen bei ca 200€. Jetzt Schritt für Schritt von hinten aufrollen. Der gewählte Motor ist natürlich etwas zu klein um den US-Amerikanischen Durchschnittsautomotor zu repräsentieren. Aber da bezahlt man in Dollar und die Bananen sind auch billiger.
Halt, jetzt habe ich da was durcheinander gebracht, wir waren ja in Deutschland. Sind denn größere Motoren wieder im Kommen, da der Sprit bei euch so billig geworden ist?! Ich seh’s schon vor mir: Der neue Golf 7 jetzt auch mit leistungsstarkem und garantiert nicht sparsamen 4 Liter V-8 Motor! Erst wenn ein Auto auf 100km soviel säuft wie eine Elefantenfamilie an einem Tag ist es „Das Auto“ !Bei der Verbrennung von Alkohol entsteht also Wasser. Ist das denn die Möglichkeit ? Wo Wasser doch so gefährlich ist und in 10 Liter Wasser mit Sicherheit einige Leute ertrinken können. Aber bei der Verbrennung von Benzin entsteht doch auch Wasser? Das ist aber nicht so schlimmes Wasser, da die Mineralölkonzerne vom Benzin verbrennen mehr Geld verdienen! Alles klar? Mal ganz davon abgesehen, dass man bei dem Artikel aus der Zeitung des Springer Verlags einige wichtige Rahmenbedingungen vergessen hatte, die der zum Thema interviewte BMW-Mitarbeiter doch erwähnt hatte. Er sprach nämlich von Ländern in denen die Qualität des Sprits nicht so hoch wäre wie in D… naja, so funktioniert wohl Journalismus.
Anstatt einfach mal alle wichtigen Pro und Contra Argumente aufzuzählen und sich jedem sein eigenes Bild daraus machen lassen, wird Angst und Undsicherheit geschürt.
Übrigens ist gerade strahlender Sonnenschein hier, wo wir schon beim nächsten Thema wären.
Japan und die Auswirkungen auf Deutschland! Nachdem in Japan ein Erdeben der Stärke 9.0 zu ernsthaften Schäden in einigen Reaktoren geführt haben, wurden viele deutsche Atommeiler abgeschaltet um ihre Sicherheit zu überprüfen. Da trotzdem weiterhin der Strom irgendwo herkommen muss, kauft man ihn beispielweise aus Frankreich (wo ja bekanntlich Baguettes verbrannt werden um Energie zu erzeugen). Das aber nur am Rande. Also werden Grohnde und Co auf Erdbebensicherheit und anderes überprüft. Erdbeben ? In Mitteleuropa? Kann ja sein, dass die Eurasische Platte irgendwann auf der Höhe von Bonn auseinanderbricht, wer weiss… Ich halte das ganze allerdings für Aktionismus um die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Wenn sich die Diskussion wieder gelegt hat, gehen die Kraftwerke wieder ans Netz…man wird sehen. Das phänomenale Ergebnis der Grünen bei den Landtagswahlen konnte dadurch auch nicht verhindert werden. Hoffentlich handeln diese jetzt mal völlig Politikeruntypisch besonnen und überlegen sich eine Vernünftige Lösung für den Atomausstieg. Momentan sind wir leider meiner Meinung nach von der Atomenergie abhängig, da wir noch keine Alternativen haben. Jedoch sollte man wirklich so schnell wie möglich versuchen mit Atommüll produzieren aufzuhören, da jede Tonne Müll in Zukunft noch enorme Kosten verursachen wird, da es kein sicheres Endlager gibt und wir so eine fiese Hypothek für nachfolgende Generationen aufbauen. Das Atomstrom also billig ist, wird durch diesen Fakt auch relativiert. Für E-On und Co ist er mit Sicherheit billig…
Wie auch immer, genug der drögen Politik, jetzt mal wieder was von mir. (kl. Bemerkung: Da mein geistiger Ausfluss nun schon einige Wochen auf der Festplatte meines Computers herum gammelt, ist der Inhalt wahrscheinlich so aktuell wie die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel….)
Wie gesagt, wohne ich ja jetzt (seit EndeJanuar) in einem Haus der Leppington Pastoral Company. Diese Company produziert Milch. Viel Milch. 65.000 l am Tag! Außerdem wird der Kuhdung gewinnbringend verkauft, wo auch eine Stange Geld bei rauskommt. Als ich in das Haus einzog, wohnte ich einige Tage mit Tawanda(Simbabwe), Steven (Schottland), Paul (Massachussets) und Ido (Israel) zusammen hier in dem Haus. Leider zogen nach und nach alle aus verschiedenen Gründen aus und ich blieb zum Schluss nur noch mit Paul und Jens hier. Letzterer hatte auch hier angefangen um sich mal an Kühen zu probieren. Nachdem dann auch Paul wieder nach Amerika flog, wohnte ich mit Jens eine Woche alleine in dem Haus, was ziemlich langweilig war. Nachdem uns Gary (ein klasse Typ aus Michigan, unser Chef und der Kuhmanager) ein mal mit schwedischen Backpackerinnen verarscht hatte, die angeblich kommen sollten, kündigte er uns dann vollen Ernstes ein italienisches Pärchen an. Ich fand das ziemlich lustig, da Jens unabhängig davon schon ein paar mal seine Abneigung gegen das gestiefelte Volk klar zum Ausdruck gebracht hatte. Als er davon erfuhr ging er auch strack zu Gary um seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. Es half alles nichts. Cristian und Giorga kamen ein paar Tage später an und erwiesen sich als ganz nett. Allerdings kann ich mir bessere Mitbewohner vorstellen, da sie nur schlechtes Englisch sprechen, was die Kommunikation sehr schwierig und anstrengend macht. Außerdem hängen sie nur viel in ihrem Zimmer rum und nehmen sowieso nicht so viel am Gemeinschaftsleben teil. Seit zwei Wochen wohnt aber auch Claus aus Dänemark (öremöresmörrebrö), der sich gerne über die Häufigkeit der Silbe „ge“ der deutschen Sprache lustig macht und deshalb manchmal einfach 2-3 Verben im Perfekt vor sich hin sagt: „gemacht, gelaufen“… ein prima Typ!
Nun denn, ich erzähl euch mal ein bisschen was von meiner Arbeit und fange beim elementarem an: Melken. Ich hab zwar auch ein paar Videos dazu gemacht., aber ich erzähle hier auch noch ein bisschen was dazu. Als erstes müssen die Kühe in den Fischgrätenmelkstand(heißt übrigens so, weil die Kühe in ihm so stehen, wie eine Fischgräte angeordnet sind) getrieben werden. Das geschieht nach Möglichekit freiwillig, ohne Gewalt und möglichst ruhig. Ruhige, entspannte Kühe geben nämlich mehr Milch und der Melkvorgang beschleunigt sich. Dann wird angefangen und der erste besprüht das Euter mit Iodflüssigkeit und melkt den ersten „Straps“ Milch aus jeder Zitze, das Vormelken. Das Iod tötet Bakterien und Keime ab, die ansonsten beim Melken leicht in den Milchkanal der Zitze gelangen könnten, was böse,böse Krankheiten zur Folge hätte. Das Vormelken hat zweierlei Zweck. Zum einen wird so die Zitze stimuliert und der Signal an das Gehirn gesendet. Die Kuh denkt sich „Oh, ein Kalb an meinem Euter!“(manchmal sogar die Wahrheit^^) und das Gehirn schüttet Oxytocin aus, ein Hormon welches Milchabgabe und –produktion bewirkt. Weiterhin wird beim Vormelken die Milch auf Krankheiten kontrolliert, was sich im Fall der Krankheit durch veränderte Konsistenz und Farbe der Milch äußert. Ist dies der Fall bekommt die Kuh eine entsprechende Behandlung.
Die Hauptkrankheit mit der Milcherzeuger zu kämpfen haben heißt allerdings nicht BSE, sondern Mastitis. Das ist eine durch Keime hervorgerufene Entzündung in einem Euterviertel. Wird die Mastits nicht behandelt, kann sich die Krankheit schlimm entwickeln und den Tod der Kuh zur Folge haben.
Der zweite Melker ist der sogenannte „Wiper“ , also Wischer. Er hat nämlich die Aufgabe, das Jodspray und den Dreck an der Zitze wegzuwischen um dem „Cupper“, (cup= Becher)dem Melkbecheranhänger vier Wundervoll saubere Zitzen zu hinterlassen. Der „Cupper“ hängt also das Melkzeug an das Euter der Kuh. Dann gibt die Kuh hoffentlich viel gute Milch. Wenn die Milchabgabe unter einen bestimmten Wert pro Minute sinkt, wird das Melkzeug automatisch abgenommen. Danach werden die Euter noch einmal mit Iodspray besprüht und wenn alle 36 Kühe ausgemolken sind, werden sie aus dem Melkstand gelassen und Platz für die nächsten 36 Kühe zu machen. Der Melkstand besteht also aus zwei Seiten mit jeweils 36 Plätzen. Unsere kleine Farm daheim könnte also mit einem Mal gemolken werden, in ca. 10 Min…
So weit so gut, ich habe, wie gesagt, auch einige Videos von dem Spass gemacht, die ihr euch gern anschaun könnt. In den nächsten Tagen lade ich auch ein paar Bilder mit hoch…habe ich heute aber leider Lust mehr zu…
http://www.youtube.com/watch?v=xvP54TcZSt0
http://www.youtube.com/watch?v=cBd-yXId__Y
Es ist wirklich interessant Deutschland und die Diskussion im Land der Eichen mal aus der Distanz zu betrachten!
Was ich fast schon mit Spott überziehen muss, ist die Diskussion über den Biosprit in Deutschland. Von den Medien (leider auch von den „seriösen“) gab es ja keine fundierte, unabhängige Berichterstattung . Den Quatsch den ich dann bei Tagesschau.de lesen musste, war echt schon lustig teilweise. Es ist ja nun nicht so, dass Deutschland, das erste Land ist, in dem dieser Kraftstoff ausprobiert wird. Trotzdem werden irgendwelche Halbwahrheiten in den Raum geworfen.
Der Sprit sei für viele Autos nicht gut. Was der Sprit lediglich tut, ist, dass er manche Dichtungen angreift, die in Autos vorkommen, die vor 1995 gebaut wurden. Und auch von denen vertragen ihn die meisten. Ich habe gelesen, dass in der „Welt“(bei einigen macht’s jetzt schon Klick) stand, bei der Verbrennung von Alkohol entstehe Wasser, welches sich im Öl lösen wurde und einen häufigeren Ölwechseln nötig machen würde. Die Kosten für einen Ölwechsel bei einem Sechszylindermotor lägen bei ca 200€. Jetzt Schritt für Schritt von hinten aufrollen. Der gewählte Motor ist natürlich etwas zu klein um den US-Amerikanischen Durchschnittsautomotor zu repräsentieren. Aber da bezahlt man in Dollar und die Bananen sind auch billiger.
Halt, jetzt habe ich da was durcheinander gebracht, wir waren ja in Deutschland. Sind denn größere Motoren wieder im Kommen, da der Sprit bei euch so billig geworden ist?! Ich seh’s schon vor mir: Der neue Golf 7 jetzt auch mit leistungsstarkem und garantiert nicht sparsamen 4 Liter V-8 Motor! Erst wenn ein Auto auf 100km soviel säuft wie eine Elefantenfamilie an einem Tag ist es „Das Auto“ !Bei der Verbrennung von Alkohol entsteht also Wasser. Ist das denn die Möglichkeit ? Wo Wasser doch so gefährlich ist und in 10 Liter Wasser mit Sicherheit einige Leute ertrinken können. Aber bei der Verbrennung von Benzin entsteht doch auch Wasser? Das ist aber nicht so schlimmes Wasser, da die Mineralölkonzerne vom Benzin verbrennen mehr Geld verdienen! Alles klar? Mal ganz davon abgesehen, dass man bei dem Artikel aus der Zeitung des Springer Verlags einige wichtige Rahmenbedingungen vergessen hatte, die der zum Thema interviewte BMW-Mitarbeiter doch erwähnt hatte. Er sprach nämlich von Ländern in denen die Qualität des Sprits nicht so hoch wäre wie in D… naja, so funktioniert wohl Journalismus.
Anstatt einfach mal alle wichtigen Pro und Contra Argumente aufzuzählen und sich jedem sein eigenes Bild daraus machen lassen, wird Angst und Undsicherheit geschürt.
Übrigens ist gerade strahlender Sonnenschein hier, wo wir schon beim nächsten Thema wären.
Japan und die Auswirkungen auf Deutschland! Nachdem in Japan ein Erdeben der Stärke 9.0 zu ernsthaften Schäden in einigen Reaktoren geführt haben, wurden viele deutsche Atommeiler abgeschaltet um ihre Sicherheit zu überprüfen. Da trotzdem weiterhin der Strom irgendwo herkommen muss, kauft man ihn beispielweise aus Frankreich (wo ja bekanntlich Baguettes verbrannt werden um Energie zu erzeugen). Das aber nur am Rande. Also werden Grohnde und Co auf Erdbebensicherheit und anderes überprüft. Erdbeben ? In Mitteleuropa? Kann ja sein, dass die Eurasische Platte irgendwann auf der Höhe von Bonn auseinanderbricht, wer weiss… Ich halte das ganze allerdings für Aktionismus um die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Wenn sich die Diskussion wieder gelegt hat, gehen die Kraftwerke wieder ans Netz…man wird sehen. Das phänomenale Ergebnis der Grünen bei den Landtagswahlen konnte dadurch auch nicht verhindert werden. Hoffentlich handeln diese jetzt mal völlig Politikeruntypisch besonnen und überlegen sich eine Vernünftige Lösung für den Atomausstieg. Momentan sind wir leider meiner Meinung nach von der Atomenergie abhängig, da wir noch keine Alternativen haben. Jedoch sollte man wirklich so schnell wie möglich versuchen mit Atommüll produzieren aufzuhören, da jede Tonne Müll in Zukunft noch enorme Kosten verursachen wird, da es kein sicheres Endlager gibt und wir so eine fiese Hypothek für nachfolgende Generationen aufbauen. Das Atomstrom also billig ist, wird durch diesen Fakt auch relativiert. Für E-On und Co ist er mit Sicherheit billig…
Wie auch immer, genug der drögen Politik, jetzt mal wieder was von mir. (kl. Bemerkung: Da mein geistiger Ausfluss nun schon einige Wochen auf der Festplatte meines Computers herum gammelt, ist der Inhalt wahrscheinlich so aktuell wie die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel….)
Wie gesagt, wohne ich ja jetzt (seit EndeJanuar) in einem Haus der Leppington Pastoral Company. Diese Company produziert Milch. Viel Milch. 65.000 l am Tag! Außerdem wird der Kuhdung gewinnbringend verkauft, wo auch eine Stange Geld bei rauskommt. Als ich in das Haus einzog, wohnte ich einige Tage mit Tawanda(Simbabwe), Steven (Schottland), Paul (Massachussets) und Ido (Israel) zusammen hier in dem Haus. Leider zogen nach und nach alle aus verschiedenen Gründen aus und ich blieb zum Schluss nur noch mit Paul und Jens hier. Letzterer hatte auch hier angefangen um sich mal an Kühen zu probieren. Nachdem dann auch Paul wieder nach Amerika flog, wohnte ich mit Jens eine Woche alleine in dem Haus, was ziemlich langweilig war. Nachdem uns Gary (ein klasse Typ aus Michigan, unser Chef und der Kuhmanager) ein mal mit schwedischen Backpackerinnen verarscht hatte, die angeblich kommen sollten, kündigte er uns dann vollen Ernstes ein italienisches Pärchen an. Ich fand das ziemlich lustig, da Jens unabhängig davon schon ein paar mal seine Abneigung gegen das gestiefelte Volk klar zum Ausdruck gebracht hatte. Als er davon erfuhr ging er auch strack zu Gary um seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. Es half alles nichts. Cristian und Giorga kamen ein paar Tage später an und erwiesen sich als ganz nett. Allerdings kann ich mir bessere Mitbewohner vorstellen, da sie nur schlechtes Englisch sprechen, was die Kommunikation sehr schwierig und anstrengend macht. Außerdem hängen sie nur viel in ihrem Zimmer rum und nehmen sowieso nicht so viel am Gemeinschaftsleben teil. Seit zwei Wochen wohnt aber auch Claus aus Dänemark (öremöresmörrebrö), der sich gerne über die Häufigkeit der Silbe „ge“ der deutschen Sprache lustig macht und deshalb manchmal einfach 2-3 Verben im Perfekt vor sich hin sagt: „gemacht, gelaufen“… ein prima Typ!
Nun denn, ich erzähl euch mal ein bisschen was von meiner Arbeit und fange beim elementarem an: Melken. Ich hab zwar auch ein paar Videos dazu gemacht., aber ich erzähle hier auch noch ein bisschen was dazu. Als erstes müssen die Kühe in den Fischgrätenmelkstand(heißt übrigens so, weil die Kühe in ihm so stehen, wie eine Fischgräte angeordnet sind) getrieben werden. Das geschieht nach Möglichekit freiwillig, ohne Gewalt und möglichst ruhig. Ruhige, entspannte Kühe geben nämlich mehr Milch und der Melkvorgang beschleunigt sich. Dann wird angefangen und der erste besprüht das Euter mit Iodflüssigkeit und melkt den ersten „Straps“ Milch aus jeder Zitze, das Vormelken. Das Iod tötet Bakterien und Keime ab, die ansonsten beim Melken leicht in den Milchkanal der Zitze gelangen könnten, was böse,böse Krankheiten zur Folge hätte. Das Vormelken hat zweierlei Zweck. Zum einen wird so die Zitze stimuliert und der Signal an das Gehirn gesendet. Die Kuh denkt sich „Oh, ein Kalb an meinem Euter!“(manchmal sogar die Wahrheit^^) und das Gehirn schüttet Oxytocin aus, ein Hormon welches Milchabgabe und –produktion bewirkt. Weiterhin wird beim Vormelken die Milch auf Krankheiten kontrolliert, was sich im Fall der Krankheit durch veränderte Konsistenz und Farbe der Milch äußert. Ist dies der Fall bekommt die Kuh eine entsprechende Behandlung.
Die Hauptkrankheit mit der Milcherzeuger zu kämpfen haben heißt allerdings nicht BSE, sondern Mastitis. Das ist eine durch Keime hervorgerufene Entzündung in einem Euterviertel. Wird die Mastits nicht behandelt, kann sich die Krankheit schlimm entwickeln und den Tod der Kuh zur Folge haben.
Der zweite Melker ist der sogenannte „Wiper“ , also Wischer. Er hat nämlich die Aufgabe, das Jodspray und den Dreck an der Zitze wegzuwischen um dem „Cupper“, (cup= Becher)dem Melkbecheranhänger vier Wundervoll saubere Zitzen zu hinterlassen. Der „Cupper“ hängt also das Melkzeug an das Euter der Kuh. Dann gibt die Kuh hoffentlich viel gute Milch. Wenn die Milchabgabe unter einen bestimmten Wert pro Minute sinkt, wird das Melkzeug automatisch abgenommen. Danach werden die Euter noch einmal mit Iodspray besprüht und wenn alle 36 Kühe ausgemolken sind, werden sie aus dem Melkstand gelassen und Platz für die nächsten 36 Kühe zu machen. Der Melkstand besteht also aus zwei Seiten mit jeweils 36 Plätzen. Unsere kleine Farm daheim könnte also mit einem Mal gemolken werden, in ca. 10 Min…
So weit so gut, ich habe, wie gesagt, auch einige Videos von dem Spass gemacht, die ihr euch gern anschaun könnt. In den nächsten Tagen lade ich auch ein paar Bilder mit hoch…habe ich heute aber leider Lust mehr zu…
http://www.youtube.com/watch?v=xvP54TcZSt0
http://www.youtube.com/watch?v=cBd-yXId__Y
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