Donnerstag, 11. November 2010
Im Frühtau zu Berge, wir ziehen...fallera!
Mein Ausflug zu den Bunya Mountains ist nun auch schon wieder fast zwei Wochen her, aber ich komme einfach nicht öfter dazu, euch an meinem Leben teilhaben zu lassen. Also: Sonntag, dem ähm…letzen Sonntag im Oktober halt, fuhr ich mit dem Aupair von Jojos Familie (was es mittlerweile nicht mehr ist, da sie am Montag die Taschen gepackt hat und mittlerweile in Neuseeland ihr Unwesen treibt und schon ihre teure Isomatte verloren hat) in die Bunya Mountains. Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt gen Nordosten waren wir dann auch da und der Ford musste zeigen was er kann. Die Straßen waren sehr steil und es war manchmal sogar nötig in den 2. Gang zurück zu schalten. In den Bunya Mountains suchten wir uns dann ein Plätzchen, von dem man aus wunderbare Wandertouren starten konnte.

Kurzer Einschub: Gerade ist hier ein kleiner Gecko am Insektengitter und jagt fleißig dreckelige Insekten. So ein gutes Tier. Macht furchtbar Spaß dem kleinen putzigen Tierchen dabei zuzuschauen. Ich liebe diese kleinen Eidechsen und ich HASSE alles was 6 Beine hat. Am liebsten würde ich eine Zeitreise machen und dort, wo die Insekten ihren Platz in der Evolution einnehmen eine kleine Manipulation vornehmen und an der Insekten statt, laufende Gummibärchen und andere Dinge aus der Color Rado Packung die natürliche Selektion überstehen lassen. Schön wär die Welt ( und fett die Menschheit…)!

Weiter geht’s: Dann waren wir also in, fällt mir doch gerade der Name nicht ein! Und das obwohl ich nun schon seit Wochen keinen Alkoholmissbrauch mehr betrieben habe; ich glaube es wird mal wieder Zeit ein paar überflüssige Gehirnzellen los zu werden! Auf jeden Fall entschieden wir uns eine für eine vier Kilometer lange Wanderroute und zogen los. Das war dann echt klasse da.



Viele kleine Bächlein schlängelten sich von Wasserfällen unterbrochen durch den Waldboden.



Ganz cool, mit Wanderkarte im Gürtel..;)



Man hörte viele komische Vögel und andere Tiere. Zudem waren die Bäume groß und mächtig, wie ihr auf den Photos sehen könnt.







Ich nenne ihn aber trotzdem nur einen Halbregenwald, da die Pflanzendichte hätte höher sein können und es halt nicht das typische Regenwaldklima war. Trotzdem eine sehr tolle Erfahrung.



Leider zeigte sich der Wald an einer Stelle nicht von seiner besten Seite. Direkt am Wanderweg stießen wir auf folgendes:



Nach einer kurzen Analyse kam ich zu folgendem Ergebnis: Es kann sich nur um ein Arschloch handeln! So eine Sauerei! Da sind Familien mit Kleinkindern langgegangen und nicht mal der Versuch dieses unschöne Ding zu kaschieren. „ So was hätte es früher nicht gegeben!“, war mein Kommentar und wir gingen weiter!

Auf dem Rückweg machten wir noch Rast bei „Hungry Jack’s“ (Burger King auf Australanesisch. Als der König der Burger nach Australien kam, gab es schon einen anderen Burger King und da wir nicht mehr im Mittelalter leben, wo der Burgerking des anderen Burgerkings Burgerburg belagert und sie mit Cheeseburgern beworfen hätte, sondern im 20. Jahrhundert (Ich warte schon auf den ersten Klugscheißer!), wo Namen durch Rechte gesichert sind, musste sich der König einen neuen Namen suchen und ist nun nur noch ein hungriger Jack….welch Schmach!).

Außerdem waren wir am Lake Broadwater, wo ich meine ersten lebenden Kängurus gesehen habe, welche mir auch gleich den Gefallen getan haben, ein bisschen herum zu hüpfen. Die allerersten Kängurus lagen am Straßenrand und waren wahrscheinlich schon auf dem Weg in den Hades, wo sie aus Ermangelung einer Münze einfach über den Styx hüpfen und so den armen Charon prellen. Sowas hätte es früher nicht gegeben.

In der Woche gibt es immer reichlich zu tun. So hatte es am Donnerstagabend geregnet und ich habe am Freitagmorgen die Halle ein wenig sauber gemacht:


Vorne seht ihr die sauberen Parzellen^^

In den letzten Tagen habe ich relativ viel auf dem Trecker gesessen und Land bearbeitet.


Hier Maisstoppeln mit einer Kreiselegge. Das auf 60 ha. Bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 4,5 ha pro Stunde, könnt ihr euch ausrechnen, wie oft die Kreiselegge kreiseln musste.

Dabei habe ich viele wunderschöne Sonnenuntergänge miterlebt.



Von der Abendsonne angestrahlter Regen


Da ich auch viel auf einem der neueren Trecker mit GPS gesessen habe, habe ich ihn einmal auf die Probe gestellt. Und zwar habe ich am Dienstag ein wenig länger gemacht. Da es hier ab sieben Uhr dunkel ist, musste ich auch im Dunkeln arbeiten. Als es also sehr dunkel war, habe ich, während des Arbeitens einfach das Licht am Trecker ausgemacht und saß im Düstern da, in der Meinung, so könne niemand geradeaus fahren! Aber nix…am Bildschirm konnte ich mitverfolgen, wie „il trattore“ nice’n straight weiterarbeitete.



Das war echt merkwürdig…ich konnte nichts sehen fuhr aber trotzdem schurgerade weiter. Technik die begeistert. Nach einer halben Minute Dunkelheit sprach dann aus den Tiefen der neun arbeitenden Zylinder John zu mir, John Deere: „ Jetzt mach endlich das Licht wieder an, du Depp, ich hab furchtbar Angst im Dunkeln!“ Da ich es mir mit meinem Mitarbeiter nicht verscherzen wollte, kam ich seiner Bitte nach und switchte die ca. 10 Arbeitsscheinwerfer des grünen Ungetüms wieder on.

Am Montag hatte ich dann sehr schönes Erlebnis! Ich hab Fabian getroffen. Zwar nicht zufällig aber trotzdem! Ein bisschen komisch war es schon, 16 000 km von daheim entfernt jemanden zu sehen, den man so gut kennt. Er ist mit dem Bus nach Toowoomba gekommen, damit er sich mein Auto zur Arbeitssuche ausleihen kann. Dabei war auch Pascal, einen Backpacker aus Regensburg, den er in Brisbane kennen gelernt hat und mit dem er jetzt erstmal unterwegs ist. Ich holte ihn also in Toowoomba ab und ging noch einmal einkaufen, damit ich für die Woche, für die er das Auto haben wollte, versorgt war. Danach fuhren wir nach Tyunga, damit ich wieder hier war und er das Auto hatte. Die Gelegenheit nutze ich, um ihm ein wenig von der Farm zu zeigen. Er war, ähnlich wie ich die ersten Tage, doch ein wenig beeindruckt, ob der schieren Weite und Größe der Felder und allem was dazu gehört. Nach zwei Stunden waren die beiden dann auch schon wieder weg, mit dem Ziel in der Nähe Zwiebeln zu schneiden. Als ich das Bob und Johannes am nächsten Morgen erzählte, meinten sie, es wäre keine gute Idee gewesen, das Auto zu verleihen, da ich es jetzt geruchstechnisch nicht wieder erkennen würde. Außerdem sagten sie mir, dass Zwiebelernte nicht so toll ist, da die Bezahlung meist schlecht ist. Das gleiche haben Fabian und sein Gefährte auch herausgefunden, und er rief mich am Dienstagnachmittag schon wieder an, dass er das Auto nicht mehr bräuchte und nun nach Cairns will ( wo er mittlerweile schon sein sollte), da hier in der Gegend gerade nichts wäre mit Fruitpicking. Also holten sie mich am Mittwochmorgen hier ab, ich fuhr die beiden nach Toowoomba, von dort fuhren sie wieder mit dem Bus nach Brisbane. Abends ging dann ein Flug nach Cairns. Wenigstens konnten sie mir sagen, dass man auch mit 2 leuten noch recht gut in dem Ford schlafen kann. Demnächst habe ich mal zwei Wochen frei und werde mal sehen, wie es allein in dem Wagen ist.

Ich verweise auch gerne noch mal auf:

http://profile.imageshack.us/user/georgk/

Da gibt es alle Bilder zusehen. Das hochladen, bzw. verlinken auf den Blog hier ist leider ein bisschen kompliziert. Schaut sie euch einfach da an!

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Freitag, 5. November 2010
Unit 1
Nach einiger Zeit der Blogabstinenz werde ich nun mal wieder einige Worte in den Äther blasen, damit ihr nicht denkt ich wäre dem Alokohol oder anderen Genussmitteln verfallen. Das letzte Mal ist schon eine Woche her, mensch, wie die Zeit vergeht. Bob hat mich übrigens ,im gleichen Wortlaut, nochmal auf die Relativität der Zeit hingewiesen: „ Timerunswhenyuhavfun, dschoodsch“ . Die Zeit muss ein Verwandter von Usain Bolt (was übrigens Bolzen oder eine dickere Schraube heißt^^) sein.
Um euch einen Einblick in meine Fortschritte der englischen Sprache zu gewähren zeige ich euch mal meine Vokabelliste, die ich aufgeschrieben habe um mir Wörter schneller einzuprägen:
Sawdust – Sägemehl/späne ; sweep- fegen;broom-Besen, thread- Gewinde, seed- Saatgut, cloth- Lappen, tarp- Plane, funnel- Trichter, have a lie in- ausschlafen, tap- Hahn, lever- Hebel, (g- oder f- , je nachdem wie’s aussieht^^) clamb- Schraubzwinge, shifter – Engländer, merit- Verdienst, heap/pile- Haufen, chunk/lump- Klumpen, dew- Tau, branch- Ast, vacuum cleaner- Staubsauger, revolution-(Motor- Umdrehung), spanner- Schraubenschlüssel, shaft-Welle (mech.),ripper- Grubber, cultivator-Hackmaschine, Spreader- (Dünger-) Streuer Die meisten von euch kennen wahrscheinllich nicht mal die Bedeutung der deutschen Begriffe (von "Staubsauger","fegen" und "Ast" vielliecht mal abgesehen :P), weshalb das hier sowieso Perlen vor die Säue war...
Nur ein kleiner Ausschnitt…wie ihr seht, ist die Liste sehr Landwirtschaftlich/Technisch geprägt…ratet mal, wie das kommt…Weiterhin habe ich Wörter gelernt, die nicht zur friedlichen Völkerverständigung beitrügen, weshalb ich sie hier nicht aufliste, was nicht heißt, dass ich sie nicht benutzen kann!
Bei meinen Recherchen im hier gekauftem Wörterbuch bin ich auf weitere interessante Dinge gestoßen. Nämlich auf Regeln, die die Aussprache des Deutschen betreffen. Vorher wusste ich nicht, dass es sowas gibt. Im Nachhinein macht es aber sogar Sinn. So werden b, d und g nur am Ende einer Silbe hart ausgesprochen. „ch“ spricht man nur nach den „dunklen“ Vokalen (a,o,u au) aus, wie Ernie lacht. Gibt noch mehr davon…aber schaut doch einfach selber nach oder fragt unseren Studenten der mehrsprachigen Kommunikation: Luuukas !
Nicht der:



http://www.myvideo.de/watch/42918/Supernany_Lukas

(ich glaub der ist mit einsprachiger Kommunikation ausreichend beschäftigt und versteht nur eine Sprache: Prügel^^)

Der hier:




Der dürfte das nun auch wissen!

Problematisch im Englischen ist halt, dass manche Wörter ähnlich ausgesprchen werden, aber total unterschiedlich geschrieben werden. Da gab es schon das ein oder andere Missverständnis bei mir. Aber ich bin ja nicht hier her gekommen um meine Memoiren zu schreiben…zumindest nicht auf Englisch. Zu dem Thema bezüglich der Aussprache/Schreibweise gibts noch ein kleines Rätsel:

Why is six afraid of seven? ;)

Wer mir als erster die richtige Lösung sendet, dem schicke ich ein Bild mit ganz viel Sonne!
Letzte Woche war wieder viel los hier. Da ich das ganze Wochenende über gearbeitet hatte, hab ich den Montag frei bekommen. Das nutze ich, um den großen Falcon mal ein bisschen zu bewegen. Am Ende des Tages hatte ich ca 100km mehr auf der Uhr als geplant und das aus folgenden Gründen:
Meine Gutgläubigkeit und die gute Ausschilderung in Deutschland. Ich wollte hier mal ein paar andere Routen als die auf der Karte ausprobieren und bemerkte den Fehler meist erst 40-50km zu spät. Und zwar dann, als das nächste Hinweisschild auftauchte, die hier ungefähr so häufig sind, wie weiße Weihnachten. Wieder um eine Erfahrung reicher. Ansonsten war ich in Dalby, welches ca. 60km nördlich von hier liegt. Dort war ich in einem Freilichtmuseum und wollte einkaufen.
Das Freilichtmuseum, war sehr interessant und zwar konnte man dort alle möglichen Sachen sehen, die in ca. 15 Gebäuden ausgestellt waren. Zu begucken gab es so ziemlich alles, von Dingen des alltäglichen Lebens über Militärrequisiten zu Landwirtschaftlichen Maschinen. Alles aus dem 19. oder der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schade war, dass einige Ausstellungsstücke einfach nur so dahin gestellt waren und ein bisschen Pflege und mehr Platz hätten gebrauchen können!

Gewähre(wie beim Lotto, höhöhö. Früher als Kind wirklich komisch Gefunden? "Wird die Lottofee sonst erschossen???" )


Auch hier gehen/gingen Kinder zur Schule:


Ein alter Mähbinder:


Keine Fahrradhelme:


Alter Traktor:


Weitere Bilder gibt es auf meiner Imageshack seite zu sehen...
Um zurück auf die Einkäufe zu kommen:
Einige Dinge habe ich auch bekommen. Danach wollte ich noch Lebensmittel im Supermarkt kaufen. Lief alles gut, bis ich die 78$ per Kreditkarte bezahlen wollte. Wie ein Querschnittsgelähmter ging es nicht. Beim ersten Mal kam mir schon der Gedanke, dass das Limit der Karte sein könnte, an das ich mit dem Autokauf bedenklich nah herangekommen war. Davon sagte ich der Kassiererin jedoch nichts, sondern ließ sie es noch ein paar Mal versuchen, auch in der Hoffnung es möge irgendwie klappen, wie eine Mausefalle. Bedauerlicherweise waren alle Versuche erfolglos. Ich sagte nur:“ Eben hats noch geklappt …“ und das es mir Leid täte, dass jetzt die ganzen Sachen wieder in die Regale geräumt werden müssen. Die Kassiererin war jedoch sehr nett und sagte, sie mache sich viel mehr Sorgen um mich und mein Abendessen. Sehr nett.
Am Dienstag besorgte ich mir also ein bisschen Bargeld von Johannes (der leider nihct mehr als 30$ hatte) und fuhr damit noch mal zum einkaufen. Ich addierte grob die Beträge der Waren in meinem Körbchen und hatte am Ende wirklich 29,45 $ auf meinem Bon stehen, gut, nicht?! 
Am Samstag fuhr ich nochmal los um mein Glück mit meiner deutschen EC Karte zu versuchen und wollte von einem Automatem Geld abheben. Nachdem ich jedoch die Karte eingesteckt hatte und auf mein Geld wartete, schien es sich der Automat anders überlegt zu haben. Er machte nur : „Ätschbätsch!“ zeigte mir eine lange Nase, wie Pinochio, und legte das Verhalten eines Fünfjährigen an den Tag. Er wollte die Karte nicht wieder hergeben. Ich wollte ihn erst verprügeln, überlgte es mir dann aber doch anders und ging von 5,40$ Kleingeld einkaufen (ist komisch hier, da die Wertvollste nicht die größte und die wertloseste nicht die kleinste Münze ist. Ein System konnt ich noch nicht entdecken. Aber mittlerweile kenne ich die Moneten hier). Von dem Geld kaufte ich mir nach langem Abwägen meiner Bedürfnisse 700g Brot und 1kg Leberwurstderivat.

Gestern war dann auch endlich mein Lohn auf meinem australischem Konto, ich ging für über 100$ einkaufen, fuhr nach Hause und fraß mich maßlos voll. Zu guter letzt schlief ich zufrieden ein…
Eigentlich wollt ich noch die Geschichte vom Arschloch der Bunya Mountains zum besten geben…aber ich glaube das wird auf morgen verschoben…

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Sonntag, 24. Oktober 2010
Bürokratie GmbH, wir kümmern uns um ihre Nerven, weltweit!!!
Da gerade der große Regen kommt, hab ich jetzt mal wieder ein bisschen Zeit und informiere euch über mein Befinden.

Die letzten Tage war noch gutes Wetter und das haben wir genutzt um weiter auf dem Feld zu arbeiten. Bob hat weiter Baumwolle gesät, ich hab Dünger gestreut(über den Stickstoff freut sich der Mais wahrscheinlich mindestens genau so, wie Buddy über Freibier; ich meine auch während des Streuens einige Jubelschreie vernommen zu haben:P), Mark hat Mais gehackt (ich glaub' er HACKT^^) und Johannes hat die Verantwortung getragen sowie alles koordiniert.

Gestern und Vorgestern habe ich 160ha Mais mit Harnstoffdünger versorgt. War recht enspannt, ab und zu mal schaun, ob der Streuer richtig streut, ansonsten wie beim Bier: einfach laufen lassen! ^^





Dazu gab es aus den Lautsprechern viel Rauschen mit ein wenig Musik, aber man kann die meisten Lieder erahnen. Das Problem ist, dass der Kanal, den man hier in dieser "rural region", auf dem alten Trecker gut empfangen kann nur Geschwafel sendet, dem ich nicht lange zu hören kann. Viel Sport aber auch ganz andere Themen..Ernährung, Kindheit, schlechte Witze, weiss der Geier. Auf jeden Fall erzählen die Moderatoren und ihre Gäste da täglich ihr Leben drei mal (mindestens). Dann lieber lustiges Liederrätselraten auf den anderen Kanälen.

Heute musste ich erst, die Sämaschine zu einem Feld bringen, auf dem Bob dann später gesät hat. Die Gelegenheut nutze ich, um ein Photo mit der imposanten Erscheinung zu machen.



In den letzte Tagen lief der Trecker immer 20h am Tag. Bob hat um 4 Uhr angefangen und Johannes hat dann bis spät in die Nacht noch gedrillt.

Heute habe ich dann Mark beim Hacken abgelöst. Der erzählte, dass er, als er nach einem nachjustieren der Hackmaschine wieder auf den Trecker wollte, auf eine Schlange stieß, die er erst mit Erdklumpen vertriben musste, bevor er zurück auf den tractor konnte. Aber er meinte sie wär nicht "angry" sondern eher "chilled" gewesen!^^

Auf jeden Fall, hab ich dann gehackt, nachdem er mich eine Runde eingeführt hat. Die Maschine soll bewirken, dass Gräser zwischen den Reihen nicht weiter Lebensfähig sind und eine Furche für das Bewässern entsteht. Der Schlepper mit dem ich gearbeitet habe, verfügt über ein Radio, das auch klare Musik empfängt und ein GPS-Lenkungsprogramm.



Letzters ist interessant, da man sich hier wirklich drauf verlassen kann, dass man gerade ausfährt und wirklich in den Reihen (heute zB 1.2km lang) nicht ans Lenkrad muss.



Leider konnte ich diese Freiheit nicht nutzen um über mein Leben oder die nächste Mahlzeit nachzudenken, sondern musste nach hinten schaun und aufpassen, dass die Hackmaschine keinen Unfug macht, also Mais unter Erde begräbt oder gar ganz abhackt. Bei Bedarf also die Geschwindigkeit oder die Höhe regulieren oder gar ganz vom wunderbar gefedertem Sitz aufstehen, absteigen und die Schare einstellen.



Als sich mein Dieselvorrat dem Ende zuneigte (der schluckt mehr als 10 Alkis) und die Gewitterfront schon die ersten Vorboten in Form von starkem Wind und Regentropfen schickte, packte ich ein und fuhr dem Feierabend entgegen.

Bei der Halle tankte ich meine Freund noch auf und er dankte mir die knapp 500l Diesel mit einer vollen Tankanzeige!







Nun noch die Sache des Anmeldens...

"Bürokratie („Herrschaft der Verwaltung“) ist die Wahrnehmung von Verwaltungstätigkeiten im Rahmen festgelegter Kompetenzen innerhalb einer festen Hierarchie. Eine Übersteigerung der Bürokratie wird als „Bürokratismus“ bezeichnet: eine bürokratisch überzogene Handlungsorientierung, welche die Vorschrift über den Menschen stellt und ihn weitgehend als Objekt behandelt. Umgangssprachlich werden Bürokratie und Bürokratismus oft synonym verwandt." (zitiert aus "Wikipedia.org)

Diese Degradierung zum Objekt muste ich am Montag also am eigenen Leibe erfahren:

Ich fuhr mit der Frau von Johannes nach Toowoomba, wo wir zum Department of Transporrtation fuhren und wo ich wie beim Hamelner Straßenverkehrsamt eine Nummer bekam (nur das der Bon von einem Computer ausgedruckt wurde, der mich vorher abgefragt hat, was ich wollte). War auch gleich dran. "Das läuft ja prima!", dachte ich mir noch!

"Blablabla, füllen sie diesen Wisch hier aus! Ach, sie sind kein Australier, dann füllen sie diesen Wisch hier auch noch aus. Haben sie etwas , womit sie beweisen können, dass sie hier wohnen?"

"Ja klar, hier ist mein Haustürschlüssel und ein Photo von meinen Haus!"

" Ok, das reicht!"

Nein, hat es natürlich nicht(mal davon abgesehen, dass ich das auch nicht dabei hatte ;) ). Zum Glück war Scarlet dabei und konnte auf dem Wisch gleich mit unterschreiben, nachdem sie ihre Identität mit Hilfe ihres Führerscheins bewiesen hatte. Also gut...alles ausgefüllt und zurück zum Schalter

"Zeigen sie mal her! Was haben sie so an Papieren dabei?"

Ich hatte so ziemlich alles dabei: Reisepass, Personalausweis, Kreditkarte, Versicherungskarte, abgelaufener Schülerausweis, 3 mal benutzte Shell Club Karte (die ich danach vierteilte), Interantionalen, sowie nationalen Führerschein und zu guter Letzt war ich ja auch noch da um zu beweisen, dass es mich gibt...Aus mir unerfindlichen Gründen war für die nur die Kreditkarte akzeptabel...na immerhin.

"Das reicht aber nicht!"

"Wieso nicht?"

"Ich brauche noch etwas, was ihre Siganture verified!"

"Sie haben doch da ca. 3 Millionen Stücken Papier auf denen mein Photo und miene Unterschrift (mehr oder weniger) gut zu erkennen ist!"

"Mir egal, das kann ich nicht nehmen, ist Vorschrift!"

"Na dann herzlichen Glückwunsch und frohe Weihnachten ...und nu???"

(also sie war freundlicher in Wirklickkeit, ich hab den Dialog mal ein wenig komprimiert!^^)

Außerdem fing sie an, wegen meines Namens rumzukacken....wieso ich denn mit "Koepke" unterschrieben hätte. Auf den Papieren stände doch "O" mit zwei Punkten... In dem Moment wünschte ich mir, ich hätte den Nachnamen meines Vaters und hieße (sehr deutsch^^) : Georg Meier .
Naja, sie ließ es erstmal dabei beruhen, obwohl ich ihr gern gesagt hätte:
"Weil sie "O" mit zwei Punkten oder ÖÖÖÖ nicht in ihren dämlichen Computer eingeben können und dann wahrscheinlich die Welt untergeht!!"

Zumindest gab sie mir einen Tip. Ich müsse zu einer bestimmten Bank gehen, da ein Konto eröffnen und mir eine Verification of Signature " geben lassen.
Ich fühlte mich an Bernhard Travens "Totenschiff" erinnert..."kein Seemannsbuch, kein Pass, so einfach ist das! " oder " gehen sie 500m in diese Richtung, dann sind sie in Holland(und wir sind sie los)", mit dem kleinen Unterschied, dass ich jegliche Papiere bei mir hatte.

Naja, also zur nächsten Filiale der Bank...

"Ein Konto? Gerne! Aber zur Zeit alle Büros belegt, erst ab 12 eins frei (es war 10 Uhr)oder zur anderen Filiale, da können sie das auch machen:)".

Wir entschieden uns für letzteres...

"Ein Konto zum mitnehmen bitte, hier sind meine Papiere! "

"Ein Konto? Gerne! Aber sie brauchen noch einen Wisch auf dem jemand beweist, dass sie hier wohnen! :) "

"FICK dich ins Knie, du kleine Kanaille!"

Natürlich sagte ich in echt:

"Klar, ich kümmer mich drum, wollen sie sonst noch was? Stuhl-, Urin- und Blutprobe? Hier ist mein Schlüpfer!!!"

" Nein, nur ein Butterbrot mit Leberwurst und Senf."

Also half mir Scarlet wieder aus der Patsche und dann gings auch recht fix. Die junge Bankangestellte, die sich dann um mich kümmerte erkannte den Ernst der Lage und beeilte sich mit den Formalitäten und nach einer Viertelstunde hatte ich ein Bankkonto mit Karte und dem ganzen anderem Papierkram.

Also wieder zum DoT...zum Glück reichten die Papiere, dich ich mit brachte. Nach 5 Min und vorher 2-3 aufwand gab mir sie mir eine handgeschrieben ca. 7 Stellige Nummer. Hoffentlich reicht das, ging mir durch den Kopf und zog von dannen.

Ab zum Autohändler. Dort war der coole Autohändler auch schon mit Papieren beschäftigt " Hey George, how are you doing today?! " Nach ca. 10 weiteren Unterschriften war der Ford meiner und ich fuhr heim.
ENDLICH!

Außerdem habe ich das Problem meiner SIM- Karte ergründen können und erfuhr an der Hotline (nachdem mir die Damen aus dem Telstra Shop auch nicht helfen konnten) das die SIM-Karte abgelaufen war...ironischerweise am 21.9.2010 !
Da ich sie in einem kleinen Laden gekauft hatte, konnte ich nicht mal mit den Telstra Schnepfen meckern. Die empfahlen mir, die Karte umzutauschen...
Für 10 $ 200km nach Brisbane fahren, genau, ich flieg auch nochmal nach Deutschland, weil ich meine Lieblingssöckchen mit den roten Enten drauf vergessen habe!!!
Naja, konnten die ja nicht wissen :P
Auf jeden Fall ließ ich mich nciht lumpen und investierte 30$ in eine neue SIM- Karte...die Nummer ist 04 5921 0237. Wenn ihr aus Deutschland anruft, vergesst die Australische vorwahl nicht also 0061 4 59210237


Ruft mich an! Jung und willig!

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